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Basisfahrzeuge

VDL Bova Futura – Im Reisebus wohnen und im Tesla reisen

By on 28. Februar 2019

Kai und Karla leben in einem VDL Bova Futura Reisebus, den sie selbst umgebaut haben. Zusätzlich fahren sie noch einen Tesla, in dem sie auch gelegentlich übernachten.

 

Eckdaten zum VDL Bova Futura:

 

– Hersteller: VDL Bova

– Modell: Futura FHD 14-430

– Baujahr: 2003

– Sitzplätze: 8

– Gesamtgewicht: 18.900kg

– Kilometerstand: 1.175.000

– Hubraum: 10,8 L

– Leistung: 420 PS

– Verbrauch auf 100km: 27 L

– Führerscheinklasse: C2

– Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

– Kraftstoff: Diesel

– Preis: 26.000 Anschaffungspreis (netto)

– Versicherung:ca. 650 €

– Jährliche Reparaturkosten: 2.500 €

– Kfz-Steuer: 0.- (Zulassung als Schausteller Fahrzeug)

 

Stellt euch doch mal kurz vor und sagt uns auch gleich, wieso ihr euch für diesen Lifestyle entschieden habt!

 

Back to the Roots! Wir hatten schon unsere Drang- und Sturmzeit „on the road“ verbracht.

Karla und ich lernten uns 1990 in Südspanien kennen, als ich einen 12 Meter langen Ludewig Eineinhalb Decker Omnibus bewohnte. Dazwischen lagen 25 Jahre die wir teilweise der Gesellschaft und Familie zuliebe sesshaft verbringen mussten.

Jetzt sind wir in dem Alter, in dem wir uns ein Leben auf der Straße wieder erlauben dürfen.

 

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Was hat euch dazu bewogen euch genau den  zu kaufen?

 

Wir hatten vorher unser Glück noch mal an die Gesellschaft angepasst mit einem 7,50 Meter Knaus SkyWave Weissware Wohnmobil versucht. Das war ein Fehler.

Wir waren durchwegs unglücklich mit dem wabbeligen Plastikgefährt und träumten von etwas robusterem. Unser Lebenstraum war es, im hohen Alter wieder in einen großen Bus zu ziehen.

Nach der Erfahrung mit dem Knaus wollten wir nicht mehr so lange warten und machten uns auf die Suche. Dabei hatten wir alle zu dem Zeitpunkt verfügbaren Großwohnmobile und Wohnbusse angeschaut und konnten uns mit keinem wirklich anfreunden.

Wir entschieden uns dafür einen Bus selber auszubauen und fuhren wegen einem Nightliner Doppeldecker Bus zu einem der größten Omnibushändler Deutschlands.

Gleich vorneweg: in einem Doppeldecker hat man auf zwei Stockwerken keine Stehhöhe. Wir verliebten uns aber auf den ersten Blick in unsere „Leela“.

Sie war ebenfalls ein Nightliner und deshalb optimal zum Umbau als Wohnmobil vorbereitet.

Tolle Isolierung auch an den Fensterflächen, ein 230 Volt System, Beleuchtung und Klimaanlagen sowie eine großzügig ausgelegte und toll funktonierende Toilette mitsamt dem dazugehörigen Wassersystem.

Ein toller Bus – und das beste, Leela hatte einen durchgehend flachen Boden. Wir konnten mehr oder weniger sofort einziehen.

 

Gab es irgendwelche Hürden bei der Anschaffung oder beim Umbauen des VDL Bova Futura?

 

Ich hatte meinen früheren LKW Führerschein nicht mehr gebraucht und deswegen nicht verlängert. Kurz vor meinem 53. Geburtstag war es unklar ob ich nochmal verlängern durfte.

Wir warteten deswegen mit der endgültigen Kaufentscheidung, bis nach den ärztlichen Untersuchungen und bis die Führerscheinstelle mir meinen C2 verlängerte. Es war auch witzig den Bus dann in Fulda zulassen zu wollen.

Das Amt war trotz Tüv-Gutachten zur Wohnmobilzulassung offensichtlich überfordert mit dem Umschreiben unserer 14 Meter Länge und dem (abgelasteten) Gesamtgewicht von 18,9 Tonnen.

Wir mussten 14 Tage abwarten, bis wir endlich Papiere und Nummernschilder abholen durften. Da waren wegen einem Fehler der Zulassungsstelle 58 Sitzplätze und 16 Schlafplätze eingetragen und wir mussten die Papiere noch einmal abändern lassen.

 

 

Habt ihr alles an eurem Camper selbst gebaut oder habt ihr schrauben lassen?

 

Wir finden niemanden der uns helfen möchte uns haben deswegen bislang (fast) alles selber gemacht.

Gerne würden wir noch eine Dachterasse sowie eine große Solaranlage mit Hausspeicher einbauen, das überfordert aber unsere Fähigkeiten.

 

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Wie lange ist euer VDL Bova Futura schon in eurem Besitz bzw wie lange seid ihr schon On The Road?

 

Mit unserem VDL Bova Futura namens „Leela“ sind wir seit Oktober 2017 zu etwa 70% unserer Zeit „On the Road“. Das Reisen liegt uns aber im Blut. Ich war z.B.. schon in früher Jugend mit dem Moped in Amsterdam und Venedig.

Wir erkunden mit dem Bus Deutschland und fahren mit unserem E-Mobil kreuz und quer durch Europa sobald es die Zeit erlaubt.

 

Wie lange habt ihr an eurem Camper gearbeitet, bis ihr losgefahren seid?

 

Wir konnten es kaum abwarten. Innerhalb weniger Tage haben wir alles komplett rausgerissen was vorher eingebaut war.

Dann hat uns ein Profi aus der Nachbarschaft einen neuen Boden gelegt, während wir unser Bett, Sofa und die Ikea Küche eingebaut haben.

Nach drei Wochen starteten wir und sind seither dabei alles Stück für Stück zu verbessern und weiter umzubauen.

Mittlerweile haben wir beispielsweise eine umweltfreundlichere Gasheizung und eine Dusche nachgerüstet.

 

Wieso reist ihr mit dem eigenen Fahrzeug und nehmt nicht einfach den Flieger?

 

Wir wohnen im Bus – und reisen im elektrischen PKW. Fliegen macht abhängig von Zeitplänen, erlaubt nur wenig Gepäck, ist auch nicht sonderlich Umweltfreudlich und wir hätten ernste Probleme das unseren beiden Hunden anzutun.

Wenn man schon etwas von der „großen“ Welt gesehen hat, ist es viel spannender Deutschland und Europa etwas genauer anzusehen. Es gibt irre viel zu entdecken wenn man nur die Augen etwas aufmacht.

 

Welche Länder habt ihr schon bereist und was waren eure Favoriten?

 

Außerhalb der EU? Marokko, Libanon, USA, Kuba und Japan. Das zählt aber nicht mehr.

Mit unserem E-Mobil waren wir während der letzten 4 Jahre fast in jedem Land der EU zwischen Estland und Portugal. Wir können uns eine andere Art des Reisens kaum mehr vorstellen.

Teilweise schlafen wir dann dank „CampingModus“ und Klimatisierung bequem im Auto, teilweise bewohnen wir Airbnb Wohnungen. Im wesentlichen mögen wir keine Städte und sind immer froh irgendwo einsam und außerhalb der Zivilisation verbringen zu dürfen.

Typische Reiseländer wie Spanien kennen wir mittlerweile In- und Auswendig. Uns zieht es mehr und mehr in den Osten. Rumänien und Bulgarien sind zur Zeit unsere Lieblingsländer, aber auch das Baltikum hatte uns schwer begeistert.

 

Gab es Länder, in denen ihr als Camper-Reisende nicht so gut empfangen worden seid?

 

Spanien hat sich leider sehr stark verändert und man fühlt sich mit Wohnmobil nicht mehr willkommen. Da wo man noch stehen könnte ist es mit anderen Wohnmobilen überfüllt. Uns macht unser einstiges Lieblingsland deswegen keinen Spaß mehr im Wohnmobil.

Wir fahren auch in Spanien mittlerweile lieber von der Masse her reduziert elektrisch und genießen es, dass wir alle heute überlaufenen oder gesperrten Plätze noch „aus der guten alten Zeit“ kennen.

Unerwarteterweise wurden wir mehrfach in Schweden oder Norwegen gebeten woanders zu übernachten. Beispielsweise an einem einsamen Strand bei Halmstad den wir mehrfach auf der Durchfahrt zur Übernachtung im E-Mobil nutzten.

Einheimische erinnerten sich daran, dass wir bereits ein Jahr vorher an gleicher Stelle übernachteten. Sie meinten einmal ist gut – für ein zweites mal, sollten wir uns bitte einen anderen Platz suchen.

 

Was war die längste Strecke, die ihr bisher am Stück gefahren seid?

 

Elektrisch? Von Fulda nach Almeria in 28 Stunden. Das ist ein Elektro-Rekord. Man wird aber älter und bequemer. Wir fahren heute selten mehr als 1.200 km am Tag.

Brutale Langstrecken über 2.500 Kilometer am Tag liegen weit in der Vergangenheit. Die schönsten Strecken der letzten Jahre waren in Bulgarien durch das Tal der Rosen oder die berühmte Transfogarasche Hochstrasse über die Karpaten.

Sehr schöne Strecken gibt es aber eigentlich überall, zum Beispiel in Frankreich an der Ardeche entlang.

Unsere persönliche Lieblingsstrecke (wegen der vielen Erinnerungen) beginnt bei Aguillas und zieht sich dann an der Küste entlang bis nach Aqua Amarga und weiter bis nach Gabo de Gata.

Das ist zugleich auch die gefährlichste Strecke die wir je gefahren sind. 1990 bin ich tatsächlich mit meinem 12 Meter Eineinhalbdecker Omnibus den heute selbst für kleine Geländewägen unpassierbaren Küstenpfad von San Jose nach Gabo der Gata gefahren.

 

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Wo übernachtet ihr, wenn ihr mit eurem Camper unterwegs seid? Campingplatz? Wildcampen?

 

Im Winter mit dem Bus in Deutschland wegen dem Stromanschluss oft auf den offiziellen Wohnmobilstellplätzen. Im Sommer eher wild. Gerne an Kanälen und Flußufern.

Ich hatte auch schon hohe Strafen wegen wildcampen zahlen müssen. Wenn wir elektrisch reisen dann entweder wild im Auto. Immer öfters leisten wir uns aber auch Airbnb Wohnungen dazwischen.

 

Gibt es Dinge, die euch an diesem Lifestyle nerven?

 

Es nervt wenn man alleine stehen möchte und andere direkt daneben parken. Man kann eigentlich sehen wer gerne alleine stehen möchte und wer Kontakt sucht.

Und wenn man Jahrzehnte mit allen möglichen Fahrzeugen durch Europa gezogen ist, dann ist es heute witzig zu sehen, wie „unsere Lebensform“ modern wird und so viele „stylische“ Hippiefahrzeuge teuer gebaut werden.

 

 

Nicht alles ist perfekt, was könnte man an eurem Camper besser machen?

 

Wir würden wahnsinnig gerne ohne Diesel leben und den Bus zu 100% elektrifizieren.

Uns hat das Umweltbewusstsein schon vor längerem überholt und gerne würden wir in ein paar Jahre sanft und geräuschlos ohne Abgase mit selbsterzeugtem oder regenerativ hergestelltem Strom elektrisch durch die Welt fahren.

Wahrscheinlich werden wir in ein paar Jahren nochmal auf etwas kleineres umsteigen. Spätestens wenn die Augen so schlecht werden, dass wir unser Heck nicht mehr im Rückspiegel erkennen können.

 

Der eine oder andere Camper gefällt euch sicher auch. Was wäre eure zweite Wahl?

 

Nein! Wirklich nicht! Trotz intensiver Suche gibt es nichts auf dem Markt was auch nur annährend so gebaut ist wie wir das gerne hätten.

Wir würden unser nächstes Fahrzeug aber von einem Profi bauen lassen und uns dafür ein Jahr Zeit nehmen.

 

Arbeitet ihr auch von unterwegs aus?

 

Ja. Ich bin stolzer Besitzer von www.Destillatio.com. Wir besuchen Kunden und Zulieferer, zeigen wie man Destilliert, experimentieren mit unseren Produkten und erledigen allerlei „digitale“ Arbeiten die in der Firma so anfallen.

Allem voran natürlich Texte, Fotos, SEO und Marketing. Ein paar Bücher habe ich auch geschrieben. Karla kümmert sich mehr um unsere Vermietung. Wir vermieten unser eigenes Haus zwischenzeitlich als Airbnb Ferienwohnung.

 

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Was sind denn eure Zukunftspläne bezüglich Vanlife? Plaudert doch ein bisschen aus dem Nähkästchen!

 

Nachdem wir 2018 eher den hohen Norden erkundet hatten, versetzen wir den Bus 2019 Stück für Stück in den Osten. Die nächsten Monate leben wir in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Elektrisch fahren wir im März nach Kroatien, im April nach Andalusien, im Mai nach Holland und im Juli nach Dänemark. Was wir danach machen wissen wir noch nicht. Unser Auto fährt uns fast überall „gratis“ hin.

Es ist beinahe eine Reiseflatrate. Wir genießen diese neue Dimension des Reisens und freuen uns auf das was die Zukunft noch bringen wird.

 

 

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