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Wohnmobil Ausbau

Rolltor Camper umbauen – Wie du dein Feuerwehrauto perfekt umbaust

By on 2. Juni 2019

Alte Feuerwehrautos mit Rolltor sind beliebt bei Vanlifern. Ich kenne es von seinem Mercedes 407 mit Rolltor sehr gut, die Fahrzeuge sind nicht dicht zu bekommen. Im Sommer zieht Staub rein und im Winter die Kälte. Was also tun fragen mich auch immer wieder Leser?!

Vor einigen Monaten kam Thomas auf mich zu, er berichtete mir von seiner Idee.

Thomas, Projektingenieur für Broadcast- und Medientechnik aus dem Spreewald hat sich der Sache mal angenommen und zeigt dir, wie er es gemacht hat:

 

Rolltor Camper umbauen – Die Vorgeschichte

 

Im Mai 2018 habe ich mir einen Mercedes T1 308 Benziner, Baujahr 1980 mit ~32.000km Laufleistung gekauft, die als Feuerwehr genutzt wurde. Signalanlage funktioniert noch komplett, die Karosse hatte einige Durchrostungen, die Grundsubstanz ist aber sehr solide.

Die Roststellen wurden von einem Bekannten mit Reparaturblechen beseitigt, mit Rostschutz behandelt und überlackiert. Nachdem das erledigt war, fing ich im Oktober 2018 mit dem Ausbau an.

Dabei hilft mir seit dem meine Freundin Cindy.

 

Rolltor Camper umbauen- Die Ausgangslage

 

Nachdem wir die Regale und Überbleibsel der Feuerwehr ausgebaut hatten, stellten wir fest, dass die Schienen, mit denen das Rolltor unter die Decke geschoben wurde, an ebendiesen Regalen befestigt war.

Das Rolltor war also nicht mehr ohne weiteres benutzbar. Da die Befestigung der Schienen nicht so einfach war (sie mussten ja weiterhin exakt parallel zueinander laufen und ausreichend befestigt sein), mussten wir uns etwas überlegen.

 
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Rolltor Camper umbauen – Das Problem

 

Das Rolltor lief wie schon beschrieben unter dem Dach in Führungsschienen, nicht auf eine Rolle am Heck des Fahrzeugs. Das hätte auch einige Einschränkungen mit sich gebracht:

Die Versorgungsleitungen die durchs Dach kommen (Wasser, Strom von der Solaranlage) hätte man nur schwer oder gar nicht in das Fahrzeug bekommen, da immer das offene Rolltor im Weg gewesen wäre.

Es stand schon relativ früh fest, dass wir eine Trennwand in den Bus ziehen wollen um die Küche im Heck vom „Wohnraum“ abzutrennen. Diese Wand hätte man oben unterbrechen müssen, um Platz für das Rolltor zu machen.

Und außerdem wäre das Tor immer über das Bett gerollt und hätte eventuell Dreck, Staub etc. Mit sich gebracht, also hätten die Schienen und das aufgerollte Tor mit einer Verkleidung versehen werden müssen.

Das hätte wieder Platz gekostet und eine schlecht erreichbare „tote“ Ecke bedeutet. Es musste also irgendwie anders gehen.

 

Rolltor Camper umbauen – Die Idee

 

Irgendwann in diesem Zeitraum, als ich nach einer Lösung für das Rolltor gesucht habe, hatte ich ein Video und Bilder von einem Wohnanhänger (Lume Traveller) gesehen, bei dem die Küche hinten getrennt und mit einer Heckklappe verschlossen war.

Das fand ich ziemlich cool und ich machte mir Gedanken, wie ich diese Lösung für mich nutzen könnte. Die erste Idee war eine Heckklappe aus einem Alu-Profilrahmen zu bauen, der in das Loch im Heck passt.

Dieser Rahmen sollte dann mit Metallplatten geschlossen werden. Allerdings hätte die Optik darunter ziemlich hart gelitten und wir möchten das Feuerwehr-Aussehen so gut wie möglich erhalten.

Also haben wir das ganze Rolltor erstmal ausgebaut. Die Führungsschienen oben und seitlich, der Halterahmen links und rechts, das Abdeck-Riffelblech oben. Dann haben wir uns die Teile zur Seite genommen und uns Gedanken gemacht, wie das alles wieder zusammenpassen könnte.

 

Rolltor Camper umbauen – Der Bau

 

Dass die beiden roten Seitenschienen Teils des Konstruktes werden, stand relativ schnell fest. Ein guter Freund hatte noch vier 2m 20x20mm Aluprofile übrig, die er uns zur Verfügung stellte.

 
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Daraus haben wir den Rahmen gebaut (siehe Foto). Auf die Seitenteile waren vorher schon die seitlichen Führungsschienen des Tors geschraubt, es war also klar, dass man diese dort wieder befestigen kann.

 
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Die Suche nach passenden Scharnieren zog sich ziemlich hin. Wir sind dann bei Scharnieren für Anhängerklappen gelandet. Die sind sehr einfach aufgebaut und zu installieren, aber trotzdem unfassbar robust.

 
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Wir haben drei Stück besorgt, da wir schon geahnt haben, dass das Tor ziemlich schwer werden wird. Die Scharniere haben wir dann an einem zusätzlichen Träger, der vorher schon verbaut war, angeschraubt und erstmal nur den Rahmen getestet.

 
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In den Alu-Profilen haben wir Nutensteine verwendet, dadurch lassen sich die Scharniere bequem in die richtige Position schieben und ausrichten, bevor man sie fest zieht. Der erste Test nur mit Rahmen war ziemlich erfolgreich.

Danach haben wir die Führungsschienen des Rolltors wieder angeschraubt und die Lamellen eingefädelt. Das ist absolut kein Spaß und super anstrengend. Nachdem alles in Position war, haben wir erstmal die Lamellen von innen mit der Führungsschiene verschraubt um diese nie wieder dort einfädeln zu müssen.

 

Am Rolltor für den Camper fehlten nur noch die Gasdruckdämpfer

 

Erst dachten wir, wir könnten gebrauchte Gasdämpfer nehmen die wir noch herumliegen hatten, aber die waren einfach zu klein und zu schwach.

Also mussten wir Neue bestellen. In einem Onlineshop, den wir bei unserer Suche gefunden hatte, konnte man alle Werte der Heckklappe eingeben und sich die passenden Gasdämpfer konfigurieren. Einige Zeit später waren sie dann da und wir konnten das Projekt fertigstellen.

Wir haben das eine Ende, wie in der Montageanleitung beschrieben, an die Heckklappe geschraubt und für die Befestigung am Fahrzeug kleine Metallwinkel genommen.

 

 

Alles sah erstmal ziemlich gut und stabil aus, aber nach dem ersten schließen der Klappe waren die Metallwinkel komplett verbogen, genau wie das Blech der Karosserie.

 

 

Wir waren wohl etwas zu gutgläubig, was die Haltbarkeit der Winkel angeht, die Klappe wiegt immerhin stolze 38kg! Also schnell zum Baumarkt und etwas Stabileres besorgt.

Wir sind bei zwei Balkenschuhen gelandet (also womit man Holzbalken an der Wand befestigt) und haben dem ganzen Konstrukt statt vier direkt acht Schrauben pro Seite spendiert. Damit hat dann auch alles super funktioniert.

 

Rolltor Camper umbauen – Das Ergebnis

 

Zwischen dem Rahmen und dem Querträger gab es noch einen etwa 3-4cm großen Spalt. Eine ähnliche Lücke gab es vorher schon und die war mit Alu-Tränenblech abgedeckt.

 
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Da die Scharniere jetzt etwas auftragen, haben wir eine Gummimatte in Tränenblechoptik gekauft und an der Stelle befestigt. Das klappt eigentlich ganz gut, aber das Gummi wird im geschlossenen Zustand ziemlich strapaziert.

Mal sehen wie lange es hält, zur Not müssen wir noch ein neues Stück zuschneiden, das etwas lockerer sitzt. Das Tor war vorher nicht abschließbar.

Wir haben also noch ein passendes Schloss gekauft und dort eingepasst, wo vorher nur ein Druckknopf war, der das Rolltor verriegelt hat. Auf der Innenseite ist am Boden des Fahrzeugs ein Stück des Aluprofils geschraubt, in das der Riegel des Schlosses einhakt.

 

 

Nachdem alles angepasst war haben wir das Tor noch einmal zerlegt um alle Schnittkanten und Macken mit Rostschutz zu streichen. Außerdem musste das obere Aluprofil noch gegen verdrehen gesichert werden, da auf dieses Teil doch recht große Kräfte wirken.

Sie hatte sich schon ein wenig verwunden und das Tor schloss nur noch schwer. Nach dem (Wieder-)Zusammenbau geht jetzt alles wieder sauber auf und zu.

 
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Rolltor Camper umbauen – Die Zukunft

 

Wir sind sehr froh, dass wir den ganzen Platz im Innenraum jetzt uneingeschränkt zur Verfügung haben und gleichzeitig noch einen Regen-/Sonnenschutz überm Kopf, wenn wir hinten an der Küche sind.

Dass alles so gut und fast ohne Probleme geklappt hat, hätten wir vorher nicht geglaubt, aber tatsächlich war es im Nachhinein einfacher als erwartet.

Mal sehen wie wir die Heckklappe zukünftig nutzen, denn uns schwirren noch einige Ideen im Kopf herum.

Man könnte zum Beispiel den Duschkopf daran befestigen, wie es ja auch schon andere gemacht haben. Außerdem könnte man Haken ringsherum anbringen um den „Raum“ mit Planen abzutrennen. Man hätte also tatsächlich nochmal ein kleines Zimmer dazu gewonnen.

Und bestimmt fallen uns noch viele andere Kleinigkeiten ein. Außerdem könnte man das Tor von innen noch dämmen. Für uns spielt das nicht die große Rolle, da der Schlafraum durch eine Holzwand getrennt ist, aber für Leute die das Bett im hinteren Teil des Fahrzeugs haben, bestimmt eine interessante Option.

Wir planen auch noch die Kanten rings um den Rahmen mit Fenster- und Türendichtband zu bekleben um den Innenraum besser vor Staub und Feuchtigkeit zu schützen.

 
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