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Basisfahrzeuge

Defender 130 von Land Rover als Wohnmobil – Steph und Leigh machen es vor

By on 30. August 2019

Mit ihrem Defender 130 von Land Rover sind Steph und Leigh im letzten Jahr auf einen Open End Trip gestartet.
Lies nach, wie es die Zwei ein Leben lange anstellen wollen, die Welt immer wieder aufs Neue zu entdecken.

 

Eckdaten zum Fahrzeug Defender 130:

 

Hersteller: Land Rover
Modell: Defender 130
Baujahr: 2010
Sitzplätze: 4
Gesamtgewicht: 3500 kg
Kilometerstand: 129000 km
Hubraum: 2,4
Leistung: 190 PS
Verbrauch auf 100 km: 13 L
Höchstgeschwindigkeit: 120 km
Kraftstoff: Diesel
Preis: 23.000 Euro
Versicherung: 110 € pro Monat in Frankreich

 

 

Erzählt doch mal schnell, wer ihr seid, was ihr macht und was euch ausmacht.

 

Wir haben uns vor gut 10 Jahren in Thailand kennengelernt. Steph ist mit ihrem großen, 30 kg schweren Rucksack in ein Restaurant gekommen, während ich meinen am Flughafen vergessen hatte.

Nach einem guten Gespräch hatten wir eine schöne Zeit in Thailand und waren schon dort viel klettern.  Wir sahen uns dann wieder, als Steph zu mir nach Australien kam.

Damals hatte ich mein Haus vermietet und wir bauten einen alten Trailer meines Vaters zum Camping Trailer um. Es war einfach nur witzig und cool. Außerdem hatte der Trailer, da es ja sozusagen ein Familienerbstück war, auch etwas Nostalgisches für mich.

Einfach nur einen fertigen Camper kaufen kam nicht in Frage. Mit einem Landcruiser und dem Trailer sind wir dann durch Australien gereist, bis ich einen guten Job in Afrika im Offshore Bereich angeboten bekam.

Wir entschlossen uns, nach Frankreich zu ziehen und dort zu leben. Von hier aus reisten wir monatlich durch Europa. Mein Job Läuft eigentlich nur sechs Monate im Jahr.

Immer einen Monat arbeiten, einen Monat daheim. Diesen nutzten wir zum Reisen. Als wir merkten, dass wir mehr in unserem Auto lebten, als in der Wohnung, beschlossen wir, vollzeit in unser Auto zu ziehen.

 

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Ihr seid schon vor eurer jetzigen Reise viel gereist – hattet ihr immer den Traum einer großen Reise? 

 

Ich bin schon immer gerne und viel gereist. Steph hingegen hat es nach dem Studium nicht so sehr in die große Welt gezogen. Das änderte sich aber schnell, als wir uns kennengelernt haben.

Inzwischen lieben wir unsere Art zu leben und fühlen uns auch gesünder. Das Leben so zu verbringen fühlt sich einfach richtig an.

 

Wie finanziert ihr euch euren Trip, der nie wieder enden soll? 

 

Ich arbeite im Offshore Bereich. Im Jahr arbeite ich sechs Monate und habe sechs Monate frei. Meist mit der Einteilung 30 Tage auf Arbeit, 30 Tage frei. Den Monat, den ich dann Zeit habe, nutzen wir letztendlich zum Reisen.

Außerdem arbeitet Steph an unserem Vlog. Sie macht es inzwischen mit einer großen Leidenschaft und die Videos sind richtig gut.

Dabei wollen wir anderen Reisenden zeigen, was wir machen, wie wir unseren Traum umsetzen und vielleicht den einen oder anderen auch dafür begeistern.

 

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Wie seid ihr dann letztendlich an einem Defender 130 hängen geblieben?

 

Es war schon immer mein Traum, einen Defender zu haben, seitdem ich einen in meiner Kindheit gesehen hatte. In Australien war dies leider nie möglich, da die Preise für die importieren Fahrzeuge viel zu hoch sind.

In meiner alten Heimat fährt man einfach Land Cruiser. Auch hat mir die Defender Community in Frankreich sehr gefallen, als wir hierhergezogen sind. Als Defender Fahrer grüßt man sich immer.

In Australien fahren die Land Cruiser einfach aneinander vorbei – es ist ein normales Auto, das jeder hat.  Schon als feststand, dass wir nach Frankreich ziehen, machte ich mich schlau über gebrauchte Defender und hab mir auch gleich einen 90er gekauft.

Als wir merkten, dass dieser zu klein wird, kam ein 130er mit Kabine. Wir wollten im Zweifelsfall das Fahrzeug von der Wohnkabine trennen können, um auch einmal unabhängig unterwegs zu sein, wenn wir länger irgendwo bleiben.

Mit diesem Set Up haben wir ganz Europa bereist und das Auto in jeder größeren Stadt stehen lassen, wenn ich arbeiten musste und Steph nach Hause geflogen ist.

Jedes Auto kann das richtige Reisefahrzeug sein, wenn man es richtig behandelt. Dann fällt auch jegliche Diskussion unter den Tisch: mein Auto oder dein Auto ist besser. Wir haben eindeutig das beste Auto – für uns.

 

Habt ihr den Defender 130 selbst umgebaut?

 

An dem Fahrzeug selbst haben wir sehr viel gemacht. Nachdem wir mit unserem ersten Defender 130 einen Unfall hatten, haben wir uns in Deutschland einen neuen besorgt und diesen so aufgebaut, wie ich es schon immer wollte.

Wir fanden schnell einen Partner im Süden Frankreichs, der uns dabei half, das neue Fahrzeug komplett zu zerlegen und von Grund auf alles neu zu gestalten. Wir konnten also all unsere Ideen einfließen lassen, ohne größere Kompromisse eingehen zu müssen.

Während dieser drei Monaten lebten wir im Hinterhof der Werkstatt in unserer Popup Wohnkabine, die zum Zeitpunkt des Unfalls zum Glück nicht auf dem alten Fahrzeug installiert war.

Es war eine anstrengende Zeit, aber wir waren schnell ein eingespieltes Team. Wir bekamen einen Schlüssel für die Werkstatt und durften auch die sanitären Anlagen mit nutzen. Das machte vieles angenehmer.

Die Kabine haben wir in den USA gekauft, da der Markt in Europa für solche ultra leichten Pop Up Kabinen sehr klein ist. Auch brachte mich Steph erst auf die Idee, ein Fahrzeug so zu gestalten, da ich bis dato solche Kabinen nicht kannte.

Die Priorität, dass wir das Fahrzeug vom Wohnbereich trennen konnten, tat in unserem Fall sein übriges und wir entschieden uns für die gerade mal 400 kg schwere Kabine.

 

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War es euer erstes Wohnmobil, dass ihr selber ausgebaut habt?

 

Abgesehen von dem Camping Trailer war es der erste eigene Camper, den wir zusammen aufgebauten haben.

Bei dem Trailer Projekt konnten wir aber schon wertvolle Erfahrungen sammeln und wussten, wie wir manches nicht mehr haben wollten und was wir dieses Mal unbedingt haben wollten.

 

Wie habt ihr in die Materie „Wohnmobil selbst ausbauen“ hineingefunden?

 

2012 hat man zu der Thematik Camper Ausbau noch wenig im Internet gefunden. Außerdem haben wir damals das Internet nicht großartig genutzt. Es war eher so, dass ich meine Ideen hatte und versucht habe, diese so gut es eben ging an dem Trailer umzusetzen.

Wir hatten eine kleine Kühlbox und auch ein Solarpanel. Fließendes Wasser – aber nur von oben nach unten – alles was wir zum Leben gebraucht haben. Es war eine “try & fail” Erfahrung für uns.

Aber diese Erfahrung war genau richtig.

 

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Seid ihr zufrieden mit eurem Ergebnis oder würdet ihr in der Zukunft etwas anders machen? Was?

 

Wir sind total zufrieden mit unserem jetzigen Defender 130.

Auf unserer ersten Testreise ging es in die Tschechische Republik und ins Franken Jura zum Klettern. Auf dem Heimweg besuchten wir die Abenteuer Allrad. Dort wird man ja geradezu von Eindrücken zugemüllt.

Tolle Ideen, teure Ideen und natürlich massig unnütze Ideen.

Bei allem, was wir dort sahen, dachten wir immer wieder an unseren Defender 130 und wurden jedesmal glücklicher über ihn. Es gab also keine Gründe mehr, nochmals auf so ein Treffen zu gehen.

 

Schraubt ihr an eurem Defender 130 selber oder lässt ihr alle anfallenden Arbeiten während der Reise erledigen? 

 

Ich habe nur ein bisschen Werkzeug und ein Service Kit dabei. Sich den Kopf zu zerbrechen, was man alles mitschleppen soll oder nicht, dazu hatten wir eigentlich wenig Lust.

Auch ist in unserer Fahrzeugklasse wegen dem Gewicht und dem Platz gar nicht so viel drin. Und wenn man viel mitnimmt, schlägt Murphys Law gnadenlos zu – was du brauchst, hast du bestimmt nicht dabei.

Heutzutage ist die Welt so gut vernetzt und Ersatzteile sind schon in wenigen Tagen überall auf der Welt. Zum Austauschen gehen wir dann gerne in einer Werkstatt in der man im Trockenen und mit richtigem Werkzeug alles auch schnell angehen kann.

Wir müssen nicht draußen im Matsch was austauschen. Das Fahrzeug kennen wir beide in- und auswendig. Aber letztendlich wollen wir ja reisen und nicht unter dem Fahrzeug liegen.

 

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Wird es in einem solch kleinen Fahrzeug nicht auch mal eng? 

 

Wir haben für uns ausreichend Platz. Wir teilen unseren Aufbau auch schon in Räume ein. So kann Steph im Bett liegen und am Vlog arbeiten, während ich etwas zum Essen zubereite oder auch mal ein Buch lese. Wir haben beide genügend Raum für uns.

 

Wieso habt ihr euch für eine Reise durch Asien entschieden?

 

Weil ich meinen damaligen Job in Afrika verloren hatte, beschlossen wir, nach Asien zu fahren. Die Reise mit dem angesparten Geld so lange wie möglich zu finanzieren, war eigentlich der Grund.

Inzwischen habe ich wieder einen Job in China, was auch sehr geschickt ist. Außerdem haben wir den asiatischen Raum kennen und lieben gelernt. Vor allem die Türkei hat es uns angetan.

 

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Was fehlt euch am meisten von Daheim?

 

Steph: Nichts Spezielles eigentlich. Manchmal vermisse ich ein gutes Olivenöl oder gesunde Kleinigkeiten zum Essen, die man halt hier nicht bekommt. Aber das ist schon in Ordnung so.

Wir reisen und lassen uns auf andere Kulturen und Bräuche ein. Da sollte man doch nicht immer dem nachtrauern, was man mal hatte, sondern das genießen, was man hat. Immerhin haben nicht viele Menschen ein solches Privileg, so viele Kulturen kennenzulernen.

Leight: “lacht” Eigentlich sollte ich ja jetzt Familie sagen, nur für den Fall, dass sie mitlesen. Aber eigentlich bin ich absolut mit mir und dem Leben zufrieden.

 

Habt ihr schon Pläne für die Zukunft? Redet mal ein wenig aus dem Nähkästchen!

 

Naja, wir hatten immer viele Pläne und haben neue gemacht, um alte zu verwerfen. Hatten da was geplant, um dann wieder neu zu planen.

Irgendwann haben wir beschlossen, wir wollen nicht mehr planen, bis wir nicht einmal um die Kugel rum sind, um wirklich sagen zu können, dort war es doch am schönsten.

Es soll auf jeden Fall noch nach Nordamerika gehen und die Verschiffung wollen wir, wenn es geht, in Japan angehen. Aber auch das ist ja noch in weiter Ferne. Dieses Jahr wollen wir erstmal ausgiebig das Pamir Gebirge erkunden.

 

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Steph, Leigh – erstmal vielen Dank für eure tollen und inspirierenden Worte und besonders für die Zeit. Für die Zukunft wünsch ich euch nur das Beste und hoffe euch mal wiederzutreffen.

Wenn du den Zweien mit ihrem Defender 130 weithin folgen willst, kannst du das auf Instagram unter „grizzlynbear.overland“ oder unter ihrem Youtube Kanal „GrizzlyNbear Overland“.

Genieß es und viel Spaß damit.
 

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