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Do´s and Dont´s beim wildcampen

By on 22. März 2019

Ich mache sehr viele Interviews mit Camper Reisenden von überall auf der Welt und die Frage “Campingplatz oder Wildcampen?” beantwortet so gut wie jeder gleich: Wildcampen!

Wildcampen oder auch Freistehen genannt ist nichts Anderes, als auf öffentlichen Orten zu parken und zu übernachten.

Das sind dann recht oft außergewöhnliche Plätze wie beispielsweise direkt am Meer, auf Hügeln mit Panoramablick, neben Weingärten oder irgendwo im Wald oder auf einem nicht bewirtschafteten Feld.

Klassische öffentliche Parkplätze werden natürlich genauso genutzt, sind aber bei den meisten eher die zweite Wahl bzw. die Alternative, da die “unberührte” Natur in der man Ruhe und Sichtschutz findet bevorzugt wird, also nimmt man die Suche nach einem geeigneten Plätzchen zum Übernachten auf sich.

So weit, so gut.

Es spricht schließlich nichts dagegen es sich in der Natur mit seinem Wohnmobil gemütlich zu machen. Oder doch?

 

„Wir waren nie hier!“ – was jeder Camper Reisende beim Wildcampen beachten sollte

 

Wildcampen ist Freiheit pur. Eigentlich. Um Tiere, Natur und Menschen nicht zu schaden sollte man sich an gewisse Benimmregeln halten.

Die meisten von euch sind ja bereits super vorbildlich unterwegs und kümmern sich darum den Platz vor der Weiterfahrt sauber zu hinterlassen. Anbei also ein großes Dankeschön!

Leider gibt es aber Leute, die sich daneben benehmen und wenig bis gar nicht an Mensch, Tier und Umwelt denken. Manchen ist vielleicht auch nicht bewusst, wie sich ihr Camping-Verhalten auswirken kann.

Es ist nicht nur mir ein Anliegen hier mal Klartext zu sprechen, sondern ganz sicher auch vielen anderen Menschen und wenn Tiere sprechen könnten würden sie dem sicherlich auch zustimmen.

 

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Hier ist ein kleines ABC der Do´s und Dont´s beim Wildcampen in Europa und dem Rest der Welt:

 

Müll aller Art liegen lassen

Aus den Augen aus dem Sinn? Bitte nicht. Es gibt nichts ärgerlicheres, als auf einen neuen Stellplatz zu kommen und haufenweise Müll jeglicher Art vorzufinden. Plastikverpackungen, Essensreste, Klopapier.

Müll einfach mal liegen und stehen zu lassen ist nicht nur respektlos Tier, Mensch und Umwelt gegenüber, sondern allen voran einer der Hauptgründe, warum Wildcampen mit dem Wohnmobil überhaupt erst in fast jedem Land verboten ist.

Die Lösung: Habt immer Müllsäcke dabei und verwendet sie auch. Wenn ihr Müll vorfindet, schaut nicht weg, sondern räumt es weg.

Auch wenn es nicht euer Müll ist, ihr tut damit was wertvolles und gutes und das braucht die Welt.

Vergrabt Bioabfall tief genug, damit keine Tiere dran kommen. Eure “Nummer 2” könnt ihr mit einem Klappsparten vergraben, ist ja schließlich auch Bioabfall.
 

Lärm in Form von Musik oder Gegröle beim Wildcampen

 
Das ist eigentlich ein absolutes Tabu. Das kann nicht nur Anrainer oder Camper Reisende die in der Nähe parken stören, sondern auch Tiere aus ihrem natürlichen Lebensraum vertreiben.

Die Lösung: Dreht eure Musik leise oder setzt euch Kopfhörer auf.

Ich bin auf meiner einjährigen Reise leider öfters auf Leute gestoßen die absolut kein Verständnis gezeigt haben, als ich sie gebeten habe die Musik leiser zu drehen, daher musste ich weiterfahren und mir einen neuen Platz suchen.

Ein anständiger Wildcamper ist eins mit der Natur, liebt die Ruhe und respektiert alles und jeden um sich herum.

 

Feuer machen beim Wildcampen mit dem Wohnmobil

 

Das gilt vor allem in trockenen Gebieten, in denen Waldbrandgefahr beim Feuermachen besteht, aber auch dann, wenn man andere Menschen damit stören kann.

Natürlich ist ein Lagerfeuer beim Campen immer etwas Tolles. Man sollte aber nicht vergessen, dass es den Boden evtl. nachhaltig beschädigt und Waldbrände auslösen kann.

Brandgefahr ist eine sehr ernstzunehmende Sache. Wenn euch jemand dabei erwischt und anzeigt oder gleich die Polizei kommt drohen horrende Strafen. Als offenes Feuer gilt übrigens auch Campinggaskocher, Kerzen, Fackeln und Vergleichbares.

Die Lösung: Wer trotzdem nicht auf ein Camping Feuer verzichten möchte, sollte ausgeschriebene bzw. legale Feuerstellen nutzen oder vernünftige Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Bitte beachtet auch eure Camping-Nachbarn, die eventuell den Rauch durch den Wind in ihr Wohnmobil geblasen bekommen.

Mit Feuer muss man beim wildcampen aber immer und überall, also auch auf legalen Plätzen, sehr vorsichtig sein.

Delikte im Zusammenhang mit Feuer ziehen hohe Strafen und Schadensersatzansprüche nach sich die man sich als Camper Reisende lieber sparen möchte.

 

Rücksichtsloses Parken auf privaten Plätzen

 

Ungestörte Nächte und zauberhafte Morgen. Dass man seinen Camper grundsätzlich kostenlos an öffentlichen Orten abstellen kann und sich kostenpflichtige Stell- oder Campingplätze spart macht Wildcampen sehr attraktiv.

Man sollte allerdings eher nicht in Gebieten campen, in denen es ausdrücklich verboten ist. Darunter fallen beispielsweise Nationalparks und Naturschutzgebiete.

Tabu sind auch Jagdgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Generell sind Privatplätze keine gute Idee.

Die Lösung: Beachtet diverse Schilder und haltet euch so gut es geht an diese.

Ich weiß, manchmal fragt man sich, wieso denn überhaupt so viele Regeln nötig sind, sind doch so viele Privatplätze weder bewirtschaftet noch sonst etwas.

Tipp: Wenn man freundlich fragt, darf man mit Erlaubnis des Besitzers vielleicht auch auf dessen Privatgrundstück parken.

Wenn wir weiterhin mit dem Wohnmobil wildcampen wollen, müssen wir nunmal aufmerksam parken und achtsam sein, damit es nicht irgendwann so streng wird, dass es kaum bis gar nicht mehr möglich ist und die Geldbußen unbezahlbar werden.

 

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Wildcampen Apps – die zwei nützlichsten Tools für deine Reise im Wohnmobil

 

Nachdem ich die wichtigsten Regeln beim Wildcampen aufgezeigt habe stellt sich jetzt noch die Frage: Wie finde ich denn Stellplätze zum Wildcampen?

Hier sind meine zwei Favoriten.

Da wäre die App “Park4Night”, die man sich gratis auf sein Smartphone laden kann.

Es funktioniert ganz einfach per GPS, man sucht sich einen Ort aus zu dem man fahren möchte und das Navi führt einen hin.

Das tolle dabei: Man sieht auf einen Blick, ob es sich um einen Camping- Stell- Wald- oder auch Offroadplatz handelt, kann Kommentare von anderen Reisenden lesen, Bilder sehen und in Erfahrung bringen, ob es dort Duschen, Toiletten oder sonst was gibt.

Die App ist sehr gut ausgebaut, sehr übersichtlich und vielfältig. Wer gerne im Wald schläft, kann sofort sehen wohin er fahren muss, wer gerne in oder Nähe der Stadt parken möchte wird auch hier schnell fündig.

Wer nur schnell einen Kaffee machen und entspannen möchte, kann sogar auf eingezeichnete Picknick-Plätze fahren. Ich kann jedem Camper Reisenden Park4Night sehr empfehlen.

Hier gehts zur Webseite.

Eine weitere App wäre „CamperContact„.

Bei Campercontact findet man weltweit Stell- sowie Campingplätze. Auch Serviceplätze sind eingezeichnet, diese sind aber nicht zum Übernachten gedacht.

Die Karte, wo jeder Platz eingezeichnet ist, ist sehr übersichtlich und ebenfalls mit Kommentaren, Bildern und Infos ausgestattet.

Beim Installieren der App kann man eine Testversion gratis laden, aber nach einiger Zeit müsste man sich die Vollversion kaufen, so war es jedenfalls bei mir.

Ich würde Wildcampern eher Park4Night empfehlen, wer gerne auf Stell oder Campingplätzen übernachtet wird bei Campercontact zufrieden gestellt.

Hier gehts zur Webseite.

 

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Wildcampen in Deutschland

 

Dein erstes Abenteuer bzw. dein erster Schlafplatz wird vermutlich noch im eigenen Land sein. Aber wie ist Wildcampen in Deutschland überhaupt geregelt?

In Deutschland darf man fast überall eine Nacht im Zelt verbringen.

Möchte man dagegen mit dem Wohnwagen wildcampen, so sind diesbezüglich alle öffentlichen Parkplätze in Ordnung, aber leider nur für eine Nacht und auch nur, wenn man sich “auf Reisen” befindet.

Das heißt, man müsste jeden Tag einen neuen Schlafplatz ausfindig machen, um nicht erwischt zu werden und im Endeffekt keine Strafen bezahlen zu müssen.

Das Abstellen am Straßenrand oder auf einem öffentlichen Parkplatz stellt zwar grundsätzlich kein Problem dar, mit “Camping-Verhalten”, sprich Sessel, Tisch und Markise draußen, sollte man aber vorsichtig sein und die Umgebung erst gründlich prüfen, ob es das “Risiko” wert ist.

Lieber also alles im Camper lassen während ihr schläft und auch tagsüber solltet ihr euch nicht zu breit machen.

Hält man sich an die vorhin aufgezeigten Verhaltensregeln wird man in der Regel lediglich gebeten keinen Mist zu hinterlassen, sich zu benehmen, leise zu sein oder woanders hinzufahren.

Im schlimmsten Fall muss man seine Personalien vorweisen und bekommt eine Geldstrafe, das kommt aber wie gesagt sehr darauf an wo genau man parkt und wie man sich verhält.

Eine Party im Wald, überall Müll oder ein Lagerfeuer im Naturschutzgebiet? In solchen Fällen regnet es bis zu 500€ pro Person.

In den meisten Fällen bzw bei geringen Vergehen wie aufgestellte Stühle vor dem Camper werden verkraftbare Bußgelder von 5–80€ verhängt.

Ich habe schon sehr viele Leute getroffen, die keine Probleme beim Wildcampen in Deutschland hatten. Ich denke, wenn man vorsichtig genug ist, kann man eine gemütliche Zeit in der Natur Deutschlands mit dem Camper haben.

 

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Wildcampen Schweden

 

Freistehen bzw Wildcampen ist in den meisten europäischen Ländern verboten und wird man erwischt, muss man tief in die Reisebörse greifen.

Aber sind denn alle Länder Europas so streng, wenn es um Wildcampen geht?

Im Norden Europas, insbesondere die skandinavischen Länder sind (noch) der wahrgewordene Traum für Wildcamper.

Dort ist neben der atemberaubenden Natur das sogenannte “Jedermannsrecht” die Regel.

Dieses besagt, dass man nahezu überall für eine Nacht parken und übernachten kann, sogar auf Privatgrundstücken ohne vorher den Besitzer zu verständigen.

Das gilt allerdings nur, wenn das Grundstück nicht in der Nähe des Wohnhauses ist. Höflichkeitshalber sollte man dennoch um Erlaubnis fragen.

Tipp: Speziell in ländlichen Gebieten schaden ein paar Sätze der Landessprache nicht, man macht nicht nur den Menschen eine Freude, sondern hat auch wesentlich bessere Chancen mehr als eine Nacht auf deren privaten Grundstücken bleiben zu dürfen.

 

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Wildcampen in Dänemark

 

In Dänemark müssen Wohnmobile zum Übernachten auf Stell- oder Campingplätze. Wildcampen in Dänemark ist untersagt und bei Verstößen müsste man Bußgelder von 5€ bis 500€ erwarten.

Wenn keine Vogelbrutzeit (März bis August) herrscht, ist das “Aufhalten” an Küsten und in Naturschutzgebieten Tag und Nacht zwar gestattet, aber sieht es sicherheitshalter eher als eine Grauzone.

Hier sollte man lieber kein Campingverhalten zeigen und sich ruhig und unauffällig verhalten.

Polizeikontrollen sind in der Sommersaison am häufigsten. Viele Dünengebiete sind artengeschützt und gelten als Naturschutzgebiete. Innerhalb solcher Areale frei zu stehen hat höhere Bußgelder zur Folge.

Ein kleines Trostpflaster: Auf Privatgrundstücken ist wildcampen mit dem Wohnmobil mit Zustimmung des Besitzers erlaubt. Zudem gibt es 40 verschiedene Wälder, in denen man frei zelten darf.

 

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Wildcampen Frankreich

 

Im Frühling und Sommer spielt es sich in Sachen Wohnmobilreisen in Frankreich ordentlich ab. Ich war selbst ein paar Monate im Sommer im Lande und habe eigentlich an jedem Eckchen einen Camper stehen sehen.

Frankreich ist ein wahrgewordener Traum in Sachen Wildcampen. Unzählige Freiflächen, Wälder, Strände, Hügel, Berge, you name it.

Auch wenn dieses wunderschöne Land sehr verlockend ist, in Sachen Wildcampen mit dem Wohnmobil verhält es sich ähnlich wie in Deutschland. In Frankreich verteilen die Polizisten horrende Bußgelder für Wildcamper.

Wer sich speziell an Stränden und touristischen Gebieten erwischen lässt kann schon mal 1500€ zahlen.
Wildcampen ist in Frankreich also generell verboten.

Dieses Verbot wird speziell an belebten Stränden und touristischen Ballungszentren streng durchgesetzt. Sogar die Küstenwache kontrolliert vom Meer aus und darf saftige Strafen verhängen.

An abgelegenen Orten ist die Wahrscheinlichkeit entdeckt zu werden weitaus geringer und wird man doch entdeckt, bekommt man oft kein Bußgeld angehängt, sondern wird nur weggeschickt.

Franzosen sind weltoffen, hilfsbereit und lassen einen meistens auf ihrem Grundstück parken bzw. übernachten, wenn man lieb fragt.

Einige Gemeinden haben ein „Camping Municipal“, das sind Plätze, die die Gemeinde zur Verfügung stellt, pflegt und verwaltet.

Oft sind solche Plätze kostenfrei und an sehr schönen Fleckchen gelegen. Schilder weisen auf die Plätze hin, ansonsten kann man auch einfach Einwohner fragen oder auf diese Internetseite schauen.

Frankreich ist im Grunde ein Wohnmobil-Freundliches Reiseland. Seit ein paar Jahren boomt der Camper Tourismus enorm.

Ich war knapp 2 Monate in Frankreich mit dem Camper unterwegs, bin durch 15 Regionen gereist und hatte nie Probleme beim Wildcampen.

Ich habe meine Schlafplätze zum Wildcampen meistens mittels “Park4Night” App gefunden. Da ich ein Wildcamping-Fan bin habe ich sehr wenige Campingplätze aufgesucht.

Dass mich saftige Strafen jederzeit einholen können war mir bewusst. Auch das ist Teil der Wildcamping Bewegung: Man muss mit Bußgeldern rechnen.

Wer beim Wildcampen nicht erwischt werden will, muss den Platz schlau wählen und sich unauffällig verhalten.

 

Zuhause ist wo du parkst

 

Schlussendlich kann ich nur sagen, dass man auf den Platz selbst mindestens genauso gut acht geben sollte, wie auf sein Zuhause auf vier Rädern.

2019 hat viel Potenzial. Lasst uns alle gemeinsam für eine saubere, schöne und stressfreie Wildcamping Welt sorgen. Wir haben es schließlich in der Hand.

 
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Weitere Länderinformationen findest du hier:

Reise mit dem Wohnmobil nach: Spanien

Reise mit dem Wohnmobil nach: Portugal

Reise mit dem Wohnmobil nach: Tarifa

 
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