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Reiseziele und Berichte

Überwintern mit dem Wohnmobil im Süden Europas

By on 16. Oktober 2018

Überwintern im Wohnmobil im Süden Europas? Für viele eine gute Idee, so auch für uns.

Ich wollte immer schon dem kalten Winter in meiner Heimat wortwörtlich davonfahren. Eisige Straßen, klirrende Kälte und matschiger Schnee?

Bis auf ein paar Wochen in den Bergen zum Snowboarden war ich nie besonders begeistert von dieser Jahreszeit, da ich schnell friere und ich die Sonne und Wärme einfach lieber habe. Wer würde die frostige Saison denn nicht gerne gegen mehr Sonnenstunden und wärmere Temperaturen tauschen wollen?

Wer die Wahl hat kann sich und seinen Camper im wunderschönen Herbst reisefertig machen und langsam Richtung Süden rollen.

Immer mehr Leute überwintern im Wohnmobil im Süden Europas. Seit der reisefreudige Amerikaner Foster Huntington den Hashtag #Vanlife ins Social Media Leben gerufen hatte. Unzählige tolle Bilder von seinem Camper und ihm ins Netz stellte, werden es von Jahr zu Jahr mehr Anhänger des Wohnmobil-Lebens und daher gibt es auch immer mehr “Überwinterer”.

 

Überwintern im Wohnmobil in Spanien und/oder Portugal – Campingplätze mieten oder doch frei und kostenlos stehen?

 

Eines ist klar: Sowohl Spanien als auch Portugal bietet einiges an Campingplätzen, für Familien oder Alleinreisende, für Minimalisten oder Luxus-Orientierte.

Wie der Einzelne reisen will, ob auf Campingplätzen oder nicht, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Neben einer vorteilhaften Infrastruktur und einem angenehm warmen Klima ist aber natürlich auch der Preis entscheidend.

 

Preise für Überwintern im Wohnmobil in Spanien und Portugal.

 

Wer in Spanien oder Portugal mit seinem Camper überwintern möchte, braucht eigentlich kein üppiges Budget. Man findet auf der iberischen Halbinsel schon für 190€ pro Monat kleine aber feine Campingplätze.

190€ monatlich sind etwas über 6€ pro Tag. Für sagen wir November bis einschließlich Februar, also 4 Monate, zahlt man 760€. Das ist natürlich nur ein Richtwert, der auf bescheidene, dafür gemütliche Campingplätze ausgelegt ist.

Was mir aber zu Bedenken gibt: Für viele Menschen sind 760€ die Wohnungsmiete eines einzigen Monats! Verrückt oder?

Es gibt in Südeuropa natürlich auch eine Menge Campingplätze, die weitaus mehr kosten. Mit einer Monatsmiete von 1200€ kann man schon rechnen, allerdings ist es meiner Meinung nach wirklich nicht nötig soviel Geld auszugeben, nur wegen ein paar mehr Duschen oder gepflegteren Stellmöglichkeiten.

Also ich sehe keinen Sinn dahinter.

Vor ein paar Jahren waren es noch eine Handvoll Überwinterer auf der Iberischen Halbinsel, der „Trend“ setzt sich aber von Jahr zu Jahr fort. Nicht wenige Menschen, die einen Campingplatz besitzen haben ihre Chance gewittert und kurzerhand speziell für Überwintern im Wohnmobil geöffnet.

Spanien ist bezüglich der Menge der im Winter geöffneten Campingplätze der Vorreiter, in Portugal finden sich zwar weniger, aber dafür günstigere und sicherlich nicht weniger schönere Plätze.

Mein Tipp für Überwintern im Wohnmobil:

Meidet generell touristische Plätze, egal zu welcher Jahreszeit. Insbesondere an der Algarve in Portugal finden sich immer häufiger Wohnmobilreisende auf engstem Raum und das leider das ganze Jahr über.

Ich habe vor 4 Jahren zum ersten Mal von Überwintern im Wohnmobil an der Algarve gelesen. Der Artikel war eher negativ und berichtete über die beengenden Campingplätze, die schon ab Oktober super voll sind und wenig „Raum“ für entspannte Stunden und Ruhe bieten.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich diese Situation eher „verschlechtert“ als gebessert hat, zumal sich die Algarve an immer größerer Beliebtheit bei den Camper-Reisenden erfreut. Nichts desto Trotz ist es trotzdem einen Abstecher wert, den ganzen Winter würde ich persönlich aber nicht dort verbringen wollen, wenn dann etwas fernab des Schwarms.

Campingplätze findet man in Spanien und Portugal recht einfach.

Die Alternative zu Campingplätzen: frei Stehen/Wildcampen in Spanien und Portugal.

 

Wildcampen mit dem Camper in Spanien oder Portugal

 

Wildcampen ist in Südeuropa grundsätzlich verboten und man muss, wird man erwischt, mit mehr oder weniger empfindlichen Geldstrafen rechnen.

Gerade in Portugal, wo vor allem an der Algarve ein wildes Herumtreiben an Wohnmobil-Reisenden bzw. “Überwinterern” herrscht, sind die meisten Plätze aber nicht legal und man riskiert Strafen. Letztes Jahr wurden in Portugal, genauer gesagt bei Ericeira in der Gegend, Freunde eines Bekannten von mir beim Wildcampen von der örtlichen Polizei erwischt und mussten daraufhin 400€ Bußgeld bezahlen.

Mit einem Extrabußgeld fürs Campen in Naturschutzgebieten muss gerechnet werden, lässt es am Besten gleich sein da es sonst am Ende alle betrifft.

Viele versuchen ihr Glück trotzdem und stehen mit ihren Campern abgelegen von den überfüllten Plätzen am Strand.

Was verständlich ist. Auch ich mag Menschenmengen und vor allem überfüllte Campingplätze bzw Stellplätze nicht, daher stehe ich meistens auch auf Plätzen, die ersten weitab von Wohnmobilisten sind und zweitens schwer zu finden sind.

Das große Kontra dabei ist leider, dass es keine so gute Idee ist, wochen- geschweige denn monatelang auf solchen Plätzen zu campen, da das Risiko immer größer wird erwischt zu werden.

Es reichen 2 Spaziergänger, die in der Nähe wohnen und sich gestört fühlen und schon steht die Polizei vor der Türe. Gleichzeitig ist es aber auch super so, da ich quasi gezwungen bin herum zu reisen und viele verschiedene Orte sehen kann und mir so auch nicht schnell langweilig wird.

Trotzdem:

Das Risiko einer hohen Geldstrafe und Stress ist man beim Wildcampen nun mal leider fast überall in Europa ausgesetzt aber damit muss man leben. Wenn man mit dem Risiko lieber nicht leben (bzw. überwintern) möchte, sollte man sich auf einem legalen Campingplatz einmieten, so spart man sich zumindest Stress.

Meine Nr. 1 Regel, die ich jedem ans Herz lege, egal ob frei Stehen oder Campingplatz: Ob man lediglich einen Tag oder für mehrere Monate zum Überwintern im Wohnmobil auf einem Platz bleiben möchte, spielt keine Rolle, hinterlasse deinen Stellplatz bestenfalls sauberer und gepflegter als du ihn vorgefunden hast.

 

Was vor dem Überwintern im Wohnmobil im Süden zu beachten ist

 

Vorsorge treffen: Die eigene Kfz Haftpflichtversicherung sollte einen entsprechenden Auslandsschutz beinhalten. Das gilt natürlich auch für die Krankenversicherung! Dafür gibt es schon einen extra Artikel für euch!

Die grüne Versicherungskarte mitzunehmen ist zwar innerhalb Europas keine Pflicht, sie vereinfacht aber nach einem Unfall die Schadensbearbeitung, sie kann also sehr nützlich sein und darf gerne mit ins Reisegepäck. Versichere dich auch, alle anderen Ausweise mitzunehmen!

Packe Winterklamotten und dicke Bettwäsche mit ein. Auch wenn man im Süden ist, kann es oft kalt werden und man friert sich schnell mal einen ab, hat man zu wenig wärmende Sachen dabei.

Macht euch bestenfalls einen kleinen Budgetplan, wenn ihr vorhabt über mehrere Monate zu überwintern. Der kann nie schaden.

Checke dein Solarpanels regelmäßig! Gerade im Winter zeigt sich die Sonne nicht jeden Tag, daher lädt das Solarpanel nicht so gut wie im Sommer.

Autark leben ist aber die Grundvoraussetzung für viele, sei daher sparsam und achtsam.

 

Das Klima im Winter in Portugal und Spanien

 

Die subtropische Klimazone um das Mittelmeer und an der südlichen Atlantikküste zeichnen sich durch heiße und trockene Sommer sowie milde und feuchte Winter aus.

Im Laufe des Winters liegen die Durchschnittswerte bei 10-20 Grad. Mit einigen Niederschlägen muss man aber rechnen, die fallen meistens von Oktober bis Mai. es zahlt sich aus warme Klamotten mitzunehmen, denn es kann gut und gerne mal zwei Wochen durchregnen und wolkig sein, aber eisig kalt wie in Deutschland oder Österreich wird es nicht.

 
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Dieser Beitrag wurde geschrieben von Romy:

 
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1 Comment
  1. Antworten

    Moadib

    22. Oktober 2018

    Hi,
    mussten letzte Woche am Falesiastrand an der Algarve 252,- Euro Strafe in BAR bezahlen. Jetzt haben wir gerade den letzten freien Platz auf einen SP bekommen…. 🙁

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