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Mit dem Wohnmobil nach Georgien – Tipps und Campingplätze

By on 24. April 2018

Mit dem Wohnmobil nach Georgien reisen? Dieses kleine Land liegt am Rande von Europa. Eine Region in die ich mich früh verliebt habe. Die Wenigsten wissen etwas über dieses wunderbare Stück Erde und daher habe ich mir die Zeit genommen, meine Erfahrungen der letzten Jahre zusammenzufassen.

Leicht angetrunken von dem außerordentlich guten georgischen Wein, schenke ich mir den letzten Tropfen ein.

Ich bin kein Weinkenner, aber dass ich mir hier ein Glas nach dem anderen einschenke, liegt wohl an der herrlichen Aussicht und dem besonders guten Rotwein. Dazu einen warmen Khachapuri, ein Käsebrot mit Ei, und mein Bus Emma und die Berge hinter mir.

 
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Es ist nicht nur ein Land mit einer vielseitigen Küche, sondern auch ein Land das viele Traditionen und eine atemberaubende Landschaft mit sich bringt.

 

Georgien und seine Geschichte

 
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Georgien liegt mitten im Kaukasus, zwischen Europa und Asien. Angrenzend an Armenien, Aserbaidschan, Russland und der Türkei. Im Land sind diese unterschiedlichen Einflüsse stark zu spüren.

Lange war Georgien ein Teil der Sowjetunion und die kulturelle „Brücke“ zwischen Europa zu Asien. Heute ist Georgien auf dem Weg in die europäischen Union und entfernt sich spätestens seit dem Einmarsch der russchischen Armee in Georgien 2008 von Russland.

Das Land selbst ist wegen seiner geografischen Lage schon immer ein Spielball der Großmächte gewesen. Ihre Tradition konnten sich die Georgier bewahren. Darauf sind sie heute sehr stolz.

 

Währung Umrechnungskurs 2018

 

Der georgische Lari hat einen Umrechnungskurs von 1:3 (Stand Mai 2018)

3 Lari sind 1 Euro.

 

Das Preisniveau in Georgien

 

Das durchschnittliche Einkommen in Georgien liegt bei 250€ im Monat. Daher sind die Preise moderat und für Westeuropäer erschwinglich bis günstig.

 

Preise „Was-Kostet-Ein-Liste“:

 

Dose Cola: 40 Cent
Liter Diesel: 65 Cent
Ein Kaffee im Restaurant: 90 Cent
Ein Bier: 55 Cent
Ein Hauptgang im Restaurant: 4 Euro

 

Tagesbudget für Georgien mit dem Wohnmobil

 

Wir haben in Georgien mit 950€ den Monat bestritten. Dabei waren wir viel Essen, sind viel gefahren und habe kaum auf das Geld geachtet. Generell ist alles in Georgien billiger als in Deutschland.

Mit diesem „Lifestyle“ ein Tagesbudget von 30€ für zwei Personen und ein Wohnmobil machbar.

 

Grenze (Einreise) über die man mit dem Wohnmobil nach Georgien fahren kann

 

Es gibt zwei Wege die mit dem Camper von Deutschland nach Georgien führen.

1. Landweg
2. Fähre

Der schnellste und kürzeste Weg führt über die Ukraine (Odessa) oder Varna in Bulgarien mit der Fähre nach Batumi.

 

1. Über die Landgrenze nach Georgien einreisen

 

Die Überquerung mittels Krim und Russland ist durch den Ukraine-Russland Konflikt nicht möglich, diese Route zu nutzen, bzw. wird empfohlen eine andere Reiseroute zu wählen.

Der einfachste Weg ist über die Türkei nach Georgien zu reisen. Gute Straßen ermöglichen eine schnelle Fahrt nach Georgien. Dieser Weg wird häufig gewählt. Von Berlin sind es etwa 3.500 Kilometer über Bulgarien, durch Istanbul bis zur Grenze von Georgien.

Es gibt weitere Grenzen durch Russland, Aserbaidschan und Armenien nach Georgien.

 

2. Mit der Fähre nach Georgien einreisen

 

Da wir unser Ziel so schnell wie möglich erreichen wollten, haben wir uns für diese Möglichkeit entschieden – und zwar über Wasser. So umfahren wir das Schwarze Meer nicht, sondern überqueren es, auf dem direkterem Weg.

Es gibt drei Häfen, an denen Fähren Richtung Batumi ablegen. Bulgarien, Rumänien und die Ukraine bieten diese Fährverbindungen an. Wir haben uns für die Fähre von Odessa aus entschieden.

Für 750€ inkl. Wohnmobiltransport, Logie und Kost auf der Fähre für vier Personen und drei Tage auf dem Wasser, klingt das nach ganz schön viel Geld. Wenn man jedoch bedenkt, wie viel man für Benzin und Versorgung für eine Woche an Land ausgibt, relativiert sich der Preis.

Zudem ist es eine spannende Erfahrung, mit LKW-Fahrern aus Osteuropa zu Mittag zu Speisen und sich in der Weite des Meeres zu befinden und das sogar mit dem eigenen Camper im Gepäck.

 

Sprache und Kommunikation in Georgien

 

In Georgien spricht man Georgisch. Auf ihre Sprache und Kultur sind die Georgier sehr stolz. Die Schrift ist für Mitteleuropäer aber nicht lesbar.

 
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Junge Menschen sprechen vermehrt Englisch und ältere Georgier verstehen Russisch. Mit Russisch konnten wir uns im ganzen Land aber ziemlich gut verständigen.

 

Autofahren in Georgien

 

Wenn man sich einmal an den Fahrstil der Georgier gewöhnt hat, dann ist es eigentlich kein Problem.

Waghalsige Überholmanöver sind aber an der Tagesordnung. Damit muss man als Wohnmobilfahrer leben. Generell werden Fahrvergehen wenig geahndet.

Nur in Städten (gerade in Tiflis) stehen viele Polizisten an Ampeln und Kreuzungen und stoppen Autofahrer.

Korruption ist ein Thema in Georgien. Bei meinen vier Besuchen kam es aber nie zu dieser Situation.

Es wird noch häufig gehupt in Georgien, aber auch das wird weniger.

 

Campingplätze und Wildcampen in Georgien

 

Wildcampen ist in Georgien kein Problem. Wir haben überall kostenlos stehen können. Solange nicht zu viele Camper in Georgien Mühl an Plätzen liegen lassen, sollte das Ganze weiterhin möglichs sein.

 
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Die Menschen sind Campern gegenüber aufgeschlossen und wittern auch kein Geschäft.

Es gibt in Georgien vereinzelt Campingplätze, wir haben aber nur einen gesehen. Dieser Campingplatz war aber eher eine Wiese ohne Strom und Toiletten.

 

Unsere Reise mit dem Camper durch Georgien

 

Georgien ist für Camper die gerne mit ihrem Wohnmobil an abgelegenen Orten und spannungsreichen Landschaften stehen, ein echtes Paradies. Man braucht nur mutig genug zu sein, um auch mal von der Hauptstraße abzufahren und sich ein ruhiges Plätzchen zu suchen.

 

Ab durch die georgische Landschaft

 

Angekommen am Hafen in Batumi, ging es nach einem schnellen Snack, entlang der Küstenstraße Richtung Norden. Bevor wir uns jedoch ins Landesinnere bewegen, steht eine Übernachtung am Schwarzen Meer an.

Wenn man die Küstenstraße abfährt, vorbei an den kleinen Häuschen, das Meer als Ziel, findet man ruhige abgelegene Steinstrände.

Die darauf folgenden Tage werden eine spannende Reise mit dem Camper durch die Landschaft Georgiens.

Bis nach Tiflis gibt es so Einiges zu sehen.

So wie die 40 Meter hohe Katskhi-Säule, auf der ein Mönch seit 40 Jahren alleine ein Kloster bewohnt. Das Glaubenshaus befindet sich in einem Wald in den Bergen Georgiens, in der Nähe von der Stadt Gori. Am Fuße der Klostereinrichtung kann man entspannt den Abend verbringen und auch im Camper übernachten.

 
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Auf dem Weg nach Tiflis, die Hauptstadt Georgiens, ist es für uns absolut kein Problem schöne abgelegene Orte zu finden, an denen wir campen können.
 

In Tiflis machen wir mal eine Camper-Pause. Wir mieten uns in dem hippen Fabrika Hostel (es gibt keine schönen Stellplätze in der Stadt!!) ein und erkunden die Stadt zu Fuß. Es gibt viel Schönes zu entdecken.

Tiflis ist so vielfältig und in seiner georgischen Kultur getränkt, dass man aus dem Staunen nicht mehr rauskommt.

Wir futtern uns von einem schönen Café zum Nächsten. Es gibt an jeder Ecke traditionelles Essen und hervorragenden Wein. Über die Preise kann man sich hier auch nicht beschweren. In einem guten Restaurant kriegt man spezielles und handgemachtes Essen für einen soliden Preis.

 
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Nach einer Woche in der Stadt, zieht es uns wieder in den Camper und in die Natur. Wir machen uns in Richtung Kazbegi auf.

 

Kazbegi – ein Paradies für Camper

 

Von Tiflis aus geht es auf der E117, der Military Road, steil nach Oben. Unsere Emma muss auf der Strecke ganz schön pusten und wird auch gerne mal von größeren und schwereren Gefährten überholt.

Nach den ersten 60 km ist es Zeit für eine Pause. Wir halten am Zhinvali Stausee, ein atemberaubend leuchtend blauer See. Wir stellen uns direkt ans teilweise ausgetrocknete Ufer und beginnen mit unserem Abendessen.

 
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Außer ein Motorradfahrer der sein kleines Zelt aufgeschlagen hat, sind wir komplett alleine. Es ist schön, nach einer Woche Stadttrouble wieder vollkommene Stille zu hören. Besser gesagt, nichts zu hören.

Am nächsten Morgen geht es weiter auf der Military Road. Unser Mittagessen nehmen wir an einem der vielen Straßenrandrestaurants zu uns. Wir sind überrascht, wie gut die Qualität hier ist. Der Kebab ist frisch und die Khinkali saftig. Verdauen tuen wir auf der georgischen Heeresstraße bergaufwärts, umgeben von der herrlichen Landschaft Georgiens.

Unser letzter Stopp, bevor wir Kazbegi erreichen, ist das Truso Valley. Wir nehmen einen kleinen Umweg in Kauf und verlassen die Hauptstraße in die Berge.

 
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Ein verlassener, von Krieg gezeichneter Ort in den Bergen Georgiens umrahmt von wunderschöner Natur. Entlang der schmalen holprigen Straßen, fahren wir vorbei an alten Türmen, verlassenen ossetischen Dörfern und seltsamen Mineralphänomenen. Weiter unten findet sich ein Video zu diesem ganz speziellen Ort.

 
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Hier verbringen wir drei Tage und zwei Nächte. Wir stellen unser Wohnmobil an einem Felsvorsprung ab und wandern zu den Mineralquellen. Uns kommen Hirten mit Pferden vorbei, das Wasser wechselt von Pastellfarben bis hin zu knalligen Rottönen.

 
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Dieser Ort fühlt surreal für uns an. Mit den Augen allein, können wir diese Landschaft nicht fassen. Die Nase riecht die unterschiedlichen Mineralien, die Haut spürt den Bergwind. Wir beschließen am nächsten Tag unseren Camper genau hier abzustellen.

Die Straße führt über riesige Schlaglöcher und schlammige Flussüberquerungen. Doch diese Anspannung hat sich gelohnt. Wir stehen in Mitten dieser umwerfenden georgischen Landschaft.

 
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Auch hier, werden wir beim Campen von niemandem gestört. Ab und zu fährt die Grenzpolizei vorbei und erkundigt sich nach unserem Befinden. Eine Nummer wird hinterlassen, falls etwas sein sollte. „So fühlt man sich hier doch sicher“, denken wir uns und gehen erschöpft ins Bett.

 
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Von hier aus sind es nur noch 20 km bis nach Stepansminda, dem zentralen Dorf in Kazbegi.

Ein kleines beschäftigtes Dorf erwartet uns. Ein paar Restaurants und provisorische kleine Märkte versorgen die Touristen mit dem Nötigsten. Unsere Emma stellen wir im Hof von Nunu’s Guesthouse ab. Hier können wir für ein paar Euros die Dusche und die Toilette benutzen.

Von Stepansminda starten viele Wanderwege. Die meisten Gäste nehmen den Weg bis hoch zur Gergeti Trinity Church. Von der Dreifaltigkeitskirche aus dem 14. Jahrhundert hat man einen faszinierenden Blick auf die Berge mit den schneebedeckten Zipfeln.

 
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Ein fesselnder Ausblick, den man nicht so schnell vergisst ist hier garantiert.

 
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Autoversicherung in Georgien:

 

Im Jahre 2017/18 war noch keine Versicherung für ausländische Fahrzeuge notwenig. Wir haben auch mit einiger Recherche keine gefunden, die uns versichern wollte.

Allerdings gibt es seit Mitte 2018 ein neues Gesetz, was ausländische Fahrer zum Abschluss einer Versicherung zwingt. Hier kann man eine georgische Versicherung abschließen.

Seit Mitte 2018 wird die Versicherung von der Polizei auch kontrolliert.

 

Maut Straßen in Georgien

 

Im Jahre 2018 gab es noch keine Mautstraßen in Georgien die wir gesehen haben. Es sind bisher auch keine Mautstraßen geplant.

 
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Fazit zum Reisen nach Georgien mit dem Wohnmobil

 

 
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Ein wahres Eldorado für Reisende die mit ihrem Wohnmobil gerne wildcampen und für umsonst. Ein Land mit einer unglaublichen Küche und einer faszinierenden Gastfreundlichkeit.

Ich schwärme nicht umsonst über dieses tolle Land. Seitdem ich das erste Mal, im Jahr 2015 Georgien bereist hatte, war mir sofort klar:

„Ich komme wieder!“

Zwei Videos zu Georgien findest du hier:

 

 

 
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