Passport Diary

Hallo, ich bin Paul, ein Reiseblogger aus Berlin! Du bist auf meinem Blog gelandet und ich möchte dir hier gerne zeigen, welche Abenteuer ich auf meinen Reisen erlebe!

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Slow Travel – Die Kunst des langsamen Reisens

By on 6. Mai 2016

Ich habe ein Auto was langsamer fährt als ein LKW und das bei der kleinsten Steigung an Geschwindigkeit verliert.
 
Dabei ist die Gleichung ganz einfach: slow car = slow travel.
 
Macht mir dieser Umstand vielleicht etwas aus. Sollte ich daher auf das Reisen verzichten?
 
Nicht wirklich.
 
Wir fahren Landstraße.
 
Wir, das sind Emma und ich. Wir haben uns daran gewöhnt langsam zu reisen.
 
Emma war schon immer so. Ich war anders. Es sollte schnell gehen und ich wollte endlich ankommen.
 
Das hat sich mittlerweile geändert. Ich liebe jetzt die Langsamkeit. Das könnte auch am Alter liegen. Wer weiß das schon.
 
Viele Menschen fahren über die Autobahn zu ihrem Ziel. Es geht darum, schnell von A nach B zu kommen. Ich mag das nicht.
 
Aber manchmal habe ich eine Art Flashback.
 
Es muss wieder schnell gehen und ich will alles sehen. Und zwar alles in ganz kurzer Zeit.
 
Letztens bin ich in ein Flugzeug gestiegen und sechs Stunden geflogen.
 
Von Berlin nach Marrakesch. 3500 Kilometer. So gar nicht slow travel.
 
In Marokko angekommen, liegen Welten zwischen meiner Heimat Berlin und einem nördlichen Afrika.
 
Ich stieg aus dem Flieger und im ersten Moment erschlug mich die Hitze. Ich war es nicht gewohnt, denn in Deutschland war noch Winter.
Ich hatte noch die dicken Socken an, denn in Berlin lag Schnee.
 
Jedes mal, wenn ich einen Flug nehme und in ein anderes Land reise, bin ich überwältigst und brauche ein paar Tage, um mich an die Kultur und die Menschen zu gewöhnen.
 
 
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Womit hängt das zusammen?
 
Mein Geist reist einfach nicht so schnell wie mein Körper.
 
Egal was ich dagegen tue, die neue Kultur ist immer eine Art Schock.
 
Kontinente zu überqueren ist sooo einfach geworden. Es braucht zum Teil nicht mal die Länge eines Spielfilms. Du sitzt kurz im Flugzeug und schon bist du da.
 
Ich finde das immer noch ziemlich verrückt. Egal wie oft ich es tue.
 
 
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Das Flugzeug ist ein adäquates Mittel, um so schnell wie möglich an meinen Wunschort zu kommen.
 
Du hast nur 14 Tage Urlaub und willst die Sonne und das Meer sehen. Klar, dann macht es absolut Sinn.
 
Das verstehe ich.
 
Wieso dann auf der Straße aufhalten und im Schneckentempo die Landstraße auf und ab fahren.
 
Meine Reise nach Marokko dauerte nur vier Tage. Ich könnte mir ein anderes Fortbewegungsmittel als das Flugzeug aus Zeitgründen gar nicht leisten.
 
Wie weit komme ich mit meinem Bus Emma in 96 Stunden auf einem kleinen Roadtrip? Auf jeden Fall gerade mal zur Ostsee.Mit dem Flugzeug fliege ich in der Zeit auf die andere Seite der Welt.
 
Aber es kann ganz anders funktionieren.
 
Die Wunderformel hat vier Buchstaben und heißt Zeit. Wir rennen durch unser Leben und versuchen uns Zeit zu kaufen. Können wir das nicht ändern?
 
Es ist nicht viel schöner eine Reise bewusster zu erleben. Dafür brauchen wir diese Zeit. Ich finde, wir sollten sie uns nehmen. Der Preis sollte dabei keine Rolle spielen.
 
Ich liebe das Reisen und ich liebe meine Zeit. Slow Travel. Ob ich will oder nicht, mein Bus Emma ermöglicht es mir.
 
Und ich fange an, es zu geniessen.
 
Eigentlich klingt es sehr entbehrungsreich. Das ist es auch.
 
Der Wind pfeift durch die Türritzen. Der Wagen ist übermässig laut, da der Motor direkt neben meinen Beinen sitzt. Das ganze Auto ist wirklich langsam und trotzdem liebe ich es!
 
Was ermöglicht mir Emma dabei? Ich kann sehen, dass sich die Landschaft verändert. Ich kann sehen, dass sich die Menschen verändern und all das ohne mit 200 über die Autobahn zu rasen.
 
Und zwar ohne Stress.
 
 
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Slow Travel – der Weg ist das Ziel
 
Das Thema Stau auf der Autobahn kann ich schon mal vergessen. Ich fahre keine Autobahn mehr mit meinem Mercedes Bus.
 
Diese graue Betonlinie frisst sich durch eine wunderschöne Landschaft, vollgestopft mit gestressten Kurzurlaubern in Richtung Italien.
 
Rechts und links Schallmauern, dass die AMGs dieser Welt möglichst nicht die Anwohner stören. Auf der Suche nach ein bisschen Entspannung an der Adriaküste, in Strandkörben, gemietet für 3 Euro die Stunde.
 
Irgendwie reizt mich das kein bisschen mehr.
 

Slow Travel – das langsame Reisen mit dem Auto ist mein Ziel.

 
Ich bin selbst ziemlich viel und ziemlich schnell gereist. Die Zeit war eher mein Gegner als mein Freund.
 
Es ist auch kein Wunder bei wenigen Urlaubstagen und einem Job in Vollzeit.
 
Viel zu sehen in kurzer Zeit war meine Herausforderung. War das falsch? Eher nicht. Es war einfach eine andere Zeit.
 
Heute will ich entschleunigt reisen. Das macht mich glücklich. Auf diese Weise kann ich meine Umwelt sehen.
 
So finde ich zu mir selbst und weiß meine Umgebung zu schätzen. Ich treffe Menschen und komme in Situationen, die ich auf den Autobahnen und all-inclusive-Reisen dieser Welt nicht erleben werde.
 

Slow Travel – Ankommen auf Reisen

 
Ich steige in ein Flugzeug und fliege in den Urlaub. Dort schaue ich mir in ganz kurzer Zeit jede Menge netter Orte an und dann geht es wieder nach Hause.
 
Urlaub erledigt und entspannt. Abgehakt.
 
Die Idee ist nett, aber ankommen ist auf diese Weise sehr schwierig. Die Kultur verstehen ebenfalls.
 
Der Run, um alle schönen Orte im Umkreis von 100 Kilometern zu sehen, war auch mein Lieblingssport.
 
Man könnte ja etwas verpassen.
 
Um einen Ort zu verstehen und die Menschen kennenzulernen, muss ich mittlerweile kein Museum mehr besuchen. Ich mach es manchmal. Es ist aber eher eine Kür als eine Pflicht.
 
Don’t be a tourist. Be a local.
 
In einer Stadt oder einem Land ankommen, heißt nicht zwangsläufig auf der Durchreise zu sein. Ich versuche dort immer ein Leben zu führen, dass dem eines Locals entspricht.
 
Das macht meine Reisen langsamer, aber auch wesentlich entspannter.
 

Unsere Zeit ist Luxus

 
Wir alle werden älter. Dabei wird mir immer wieder bewusst, dass ich meine Zeit gut nutzen möchte.
 
Ich will das Leben geniessen. Deshalb wird mir immer wichtiger, Zeit sinnvoll einzusetzen und nicht durch das Leben zu hetzen.
 
Langsames Reisen hilft dabei.
 
In ein Flugzeug zu steigen und in ferne Länder reisen ist immer noch eins meiner liebsten Hobbies. Aber umso mehr ich mit meinem langsamen Bus reise, umso mehr finde ich zu mir selbst.
 
 
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2 Comments
  1. Antworten

    lunefulle

    10. Mai 2016

    Ich tue beides ! Also ich meine, wenn ich mit meinen Camper einen Land besichtigen möchte fahre ich schnell bis dort hin (mann, ich liebe die deutschen Autobahnen, auch wenn ich am schnellsten 100kmh fahren kann !) aber wenn ich ein mal dort bin, dann geniesse ich es und nehmen die Landstrassen usw. Ich weiss dass ich bestimmt tolle Gegende in Deutschland versäume weil ich dort nur die Autobahn nehme, aber dieses Land ist mir einfach nicht exotisch genug. haha

    Ich kommentiere hier jetzt zum ersten Mal, obwohl ich oft lese was du hier schreibst. Irgendwie klingt mein deutsch aber verrostet, und ich finde es schwierig die richtigen Wörter zu finden um dass was ich meine auch so hinzuschreiben wie ich es meine. So kommt das wenn man nun in Frankreich wohnt, kein deutsch mehr spricht und alle Serien auf English anschaut ! ich liebe es über Emma zu lesen, und komme auch gewiss bald hier wieder.

    • Antworten

      Paul Passport Diary

      13. Mai 2016

      Ach schön Lunefulle!
      Das schöne ist, jeder sollte das tun, worauf er Lust hat. Reisen auf der Autobahn ist super ok. Ich mache das ja auch oft. Nur ist es nicht das selbe. 🙂

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