Passport Diary

Hallo, ich bin Paul, ein Reiseblogger aus Berlin! Du bist auf meinem Blog gelandet und ich möchte dir hier gerne zeigen, welche Abenteuer ich auf meinen Reisen erlebe!

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Günstiges Allradfahrzeug – Nissan X-Trail als Expeditionsmobil

By on 7. November 2017

Viele Menschen träumen von Abenteuern und einige machen sie einfach – ohne lange zu zögern. Eigentlich braucht es nicht viel um diesen Traum wahr werden zu lassen, außer etwas Geld für die Anschaffung. Das ein günstiges Expeditionsmobil aber nicht teuer sein muss, zeigen uns Julian und Claudia mit ihrem Allradfahrzeug.

Dieses Paar aus Stuttgart hat sich einen kleinen Alltags-SUV als günstiges Allradfahrzeug gekauft und ist auf große Reise gegangen.

Seit einigen Wochen reisen wir mit Julian und Claudia und ihrem kleinen Geländewagen durch die ehemaligen Sowjetstaaten. Eines Tages standen sie an einem See in Kirgisistan an dem wir auch zufällig gecampt haben.

Wir sind nun viele Tausend Kilometer zusammen gefahren, unter anderem den Pamir Highway in Tadschikistan oder lange Schotterpisten in Usbekistan.

Es wird nun Zeit, ihre inspirierende Geschichte und ihren günstiges „Expeditionsmobil“ in die Stories von Passport Diary aufzunehmen.

 

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Eckdaten zum diesem günstigen Expeditionsmobil:

– Hersteller: Nissan
– Modell: X-Trail T30
– Baujahr: 2003
– Sitzplätze: 2
– Gesamtgewicht: 1.500 kg
– Kilometerstand: 231.000 km
– Hubraum: 2,4 l
– Leistung: 165 PS
– Verbrauch auf 100km: 8 l
– Führerscheinklasse: B
– Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
– Kraftstoff: Benzin
– Preis: 2.900 EUR
– Jährliche Reparaturkosten: 200 EUR
– Versicherung: 0 EUR, da in D abgemeldet
– Kfz-Steuer: 0 EUR, da in D abgemeldet

 

Hallo Julian und Claudia, könnt ihr euch kurz vorstellen?

Wir sind zwei begeisterte Entdecker aus Süddeutschland. Üblicherweise versorgt Claudia Zähne und Julian engagiert sich im Energiebereich. Wir sind beide 33 Jahre alt und haben uns vor einigen Monaten auf große Reise begeben.

 

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Wie seid ihr auf eure Reise gekommen?

Die letzte längere Reise haben wir vor dem Berufseinstieg vor fünf Jahren gemacht. Die Idee ‚irgendwann nochmal‘ eine große Tour machen zu wollen, gärte bei uns schon seit geraumer Zeit.

Ende 2016 haben wir beschlossen ernst zu machen und einen konkreten Reisezeitraum festgelegt. Beruflich konnte sich Julian mit seinem Arbeitgeber auf ein Sabbatical verständigen, wodurch unser Zeitrahmen von 15 Monaten zustande kam.

Im Frühjahr 2017 hat sich die alte Seidenstraße bzw. Zentralasien als Ausgangspunkt unserer Reise herauskristallisiert.

 

Könnt ihr etwas zu eurer Reise und eurem günstigen Expeditionsmobil erzählen?

Wir wollten ursprünglich mit dem Tandem ans Schwarze Meer fahren und dann mit Rucksäcken weiter nach Zentralasien.

Nachdem sich Julian über einen Reiseblog von 4×4 Touren in Kirgisistan begeistern ließ, wurde er jedoch bei der Anschlussrecherche von den Mietpreisen für Geländewagen zum Selberfahren etwas erschreckt.

Die Kosten für zwei Wochen im Gelände wären bereits im Bereich eines billigen gebrauchten Geländewagens in Deutschland gewesen.

 

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So kamen wir zwei Monate vor der Abreise auf die Idee, uns vielleicht selbst mit einem gebrauchten Geländewagen auszustatten.

 

Wie seit ihr auf euren günstigen Expeditionsmobil „Nissan X-Trail“ gekommen?

Da unsere Autobegeisterung bis dahin eher auf dem Niveau war „Rot oder Blau, vier Räder, bringt dich von A nach B“ und Geländewagen für uns lediglich überdimensionierte Spritverschwender waren, begannen wir quasi bei Null, aktivierten autobegeisterte Freunde und pflügten auf der Suche nach Informationen einmal quer durchs Internet und zurück.

Unsere Gebrauchtwagensuche fühlte sich von Anfang an hochgradig chaotisch an, die Kriterien veränderten sich mit jedem verstrichenen Tag, jedem gelesenen Artikel oder Forumseintrag, jeder gemachten Erfahrung und unter viel gutem Zureden von Freunden. Anfangs war Julian überzeugt, mit einem Suzuki Jimny und Zelt loszufahren.

Mehr als EUR 2.000 sollte der Wagen nicht kosten, da wir damit nur ‚One-Way’ Richtung Osten fahren wollten. Gegen Ende bestimmte zunehmend das regionale Angebot im Netz das Modellspektrum, wir hoben unser Budget an und die Idee einer Matratze im Fahrzeug ersetzte das Zelt. Wir sind mit den sich verändernden Suchkriterien immer unseren Ideen und Erkenntnissen hinterhergerannt.

 

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Was hat euch am Ende bewogen dieses günstige Expeditionsmobil zu kaufen?

Ungefähr fünf Wochen vor unserem Abreisetermin hatten wir bei einer bürgerlichen, schwäbischen Familie einen netten Nissan X-Trail gefunden: groß genug, Allrad, plausible Haltergeschichte, einigermaßen scheckheftgepflegt und mit EUR 2.900 im Budget.

 

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Kein Artikel der gängigen Autowebsites äußerte sich auffallend negativ über das Modell und durch das Panoramadach würde man sogar Sterne sehen können!

 

Wie lange habt ihr am Ende an eurem günstigen Expeditionsmobil gebaut, bevor es los ging?

Die Bauzeit betrug tatsächlich nur drei Tage: zwei volle Tage für das Bett und einen Tag für Vorhänge und Mosquitonetze. Wir hatten dabei wertvolle Unterstützung von einem tollen Freund, der vorher schon einmal einen RAV4 mit einem Bett ausgestattet hatte.

 

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Mit dem konnten wir die richtigen Ideen entwickeln und ein bisschen Erfahrung schnorren. In den restlichen drei Wochen bis zur Abreise organisierten wir über Kleinanzeigen einen gebrauchten, selbstgeschweißten Dachträger, eine gebrauchte Dachbox und verschenkten die Rücksitze, Kofferraumabdeckung, etc. an Leute, die sie brauchen konnten.

 

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Machst du alles an deinem günstigen Expeditionsmobil selbst oder lässt du auf Reisen schrauben?

Wir lassen schrauben und schauen uns dabei so viel wie möglich ab. Unsere Lernkurve ist enorm: das kleine 1×1 läuft jetzt richtig gut, wir arbeiten gerade am großen 1×1.

Wieso reist du mit dem eigenen Fahrzeug und nimmst nicht einfach den Flieger?

Zeit. Wir haben genug davon, um den Weg zum Ziel machen zu können, Land und Leute ganz anders als mit dem Rucksack kennenzulernen; flexibel zu sein, auch schwer erreichbare Orte entdecken zu können; immer ein Häuschen dabei zu haben und damit unkompliziert immer und überall schlafen zu können.

 

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Welche Länder habt ihr bereist und was eure Favoriten?

Auf diesem Trip sind wir über Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Moldavien und die Ukraine gefahren.
Dann haben wir die Fähre nach Georgien genommen, sind weiter über Russland, Kasachstan, Kirgistan, Tajikistan, Usbekistan wieder zurück nach Kasachstan (da wir kein Turkmenistanvisum bekamen), um dort die Fähre nach Aserbaidschan zu nehmen.

 

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Highlights waren bislang Kirgistan, Tadjikistan und Georgien.

 

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Wo übernachtet ihr, wenn ihr mit eurem günstigen Expeditionsmobil unterwegs seid?

Am liebsten in der freien Natur, manchmal aber auch mitten in Städten, wie es sich eben ergibt. Ab und zu couchsurfen wir auch oder übernachten im Zelt, wenn wir zu Fuß in den Bergen unterwegs sind.

 

Nicht alles ist perfekt, was könnte man an eurem günstigen Expeditionsmobil besser machen?

Für ein echtes Upgrade müssten wir wohl zu einem größeres Autokonzept wechseln. Das Einzige was tatsächlich fehlt, ist eine geschützte Sitz- und Kochgelegenheit bei schlechtem Wetter.

Im Rahmen unseres Konzepts sind wir zufrieden: wir haben eine sehr gemütliche Schlafgelegenheit (mit echter 1,30 m x 2,00 m Ikea Fängbo Matratze), fahren tief unter dem Radar, können uns mit Vorhängen ein Stück echte Privatsphäre verschaffen, passen in jede Parklücke und durch jede enge Gasse.

 

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Wir haben ein ordentliches Maß an Fahrkomfort auch bei relativ hohen Geschwindigkeiten und eine erstaunliche Geländegängigkeit für einen Kindergarten-SUV wie den X-Trail und können durch die relativ weite Verbreitung des Fahrzeugtyps in Zentralasien fast überall auf leicht zu beschaffende Ersatzteile zurückgreifen und haben einen relativ sparsamen, unkomplizierten (wenn auch nicht allzu mächtigen) Saugbenzinmotor.

Sorry, das war Politiker-like eine Aufzählung von positiven Aspekten, bei der Frage nach Verbesserungspotential.

Natürlich wäre ein Schnorchel noch extrem cool und noch mehr Bodenfreiheit. Und ein dickerer Motor. Und krassere Geländereifen. Damit könnten wir dann durch den einen oder anderen Fluss panzern, bei dem wir im Kaukasusgebirge aufgrund der Wassertiefe passen mussten.

 

Der eine oder andere Camper gefällt euch sicher auch, wenn ihr ihn seht. Was wäre eure zweite Wahl?

Mal mit so einem richtig großen Auto zu fahren wäre interessant. Mit allem drum und dran- wie eingebauter Küche, Sitzecke, Dusche. Rot sollte das Auto sein, mit vier Rädern und 4×4.

 

Wie habt ihr euch euer günstiges Expeditionsmobil finanziert?

Die letzten 5 Jahre hatten wir kleinere Urlaube und konnten genug ansparen, um das Auto zu kaufen und für einige Zeit unterwegs zu sein.

 

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Wo soll es als nächstes hingehen mit eurem günstigen Expeditionsmobil? Plaudert doch ein bisschen aus dem Nähkästchen!

Wir wollen in den Iran, nach Pakistan und Indien. Dann werden wir mal schauen, ob wir das Auto zurück nach Europa verschiffen und mit dem Rucksack oder Fahrrad in Asien weiter reisen, oder ob wir über Land zurück fahren.

Es gibt viele, sich ständig verändernde Ideen wie z.B. Saudi Arabien zu durchqueren und dann über Jordanien und Israel zu fahren oder über die Balkanroute. Ein großer Vorteil ist, dass wir den Reiseabschnitt mit unserem X-Trail als One-Way-Vorhaben geplant hatten und damit tatsächlich alle Möglichkeiten haben: mit oder ohne Auto.

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Danke ihr Beiden für einen kleinen Einblick in euer Reise.

Das ihr euch für einen kleinen Geländewagen wie den Nissan X-trail entschieden habt, ist bemerkenswert und nicht sehr üblich. Die meisten Reisefahrzeuge, die wir unterwegs treffen, kosten weit über 10.000€. Das macht die Entscheidung für solch eine Reise – gerade bei jungen Leuten – schwieriger.

Das eure Reise so reibungslos funktioniert, macht sicherlich vielen Lesern Mut, die sich weniger mit Autos oder Campern auskennen. Eine Reisemobil muss nicht teuer sein. Ein Bett und ein Benzinkocher reichen, um so weit wie ihr Beide zu kommen.

Wir freuen uns auf noch mehr Kilometer mit euch!

 

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